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Auswirkungen schlechter Arbeitsbedingungen auf die Arbeitssicherheit
Arbeitsschutz

Immer wieder geraten Unternehmen in die Schlagzeilen, die aus Gründen der Profitmaximierung die Arbeitsschutzorganisation vernachlässigen. Berufsbedingte Krankheiten, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sind häufig die Folge, schließlich können manche Berufe hochgradig gesundheitsgefährdend sein, wenn der Arbeitsschutz keine Beachtung findet. Doch auch weniger gefährliche Berufe bergen einige Gesundheitsrisiken, die es mittels betrieblicher Arbeitsschutzorganisation zu vermeiden gilt. Wie sich schlechte Arbeitsbedingungen auf die Arbeitssicherheit auswirken und warum auch Arbeitgeber von gewissenhafter Arbeitsschutzorganisation profitieren, haben wir für Sie zusammengefasst.

Corona-Infektionen in Schlachthöfen decken prekäre Arbeitsbedingungen auf

Schon seit Jahren steht die Schlachtindustrie wegen der weit verbreiteten miserablen Arbeitsbedingungen in der Kritik. Mit dem Ausbruch des Corona-Virus in mehreren Betrieben stehen die Schlachthöfe nun erneut im Fokus der Aufmerksamkeit. So wurden bei Tönnies, Deutschlands größtem Schlachtbetrieb für Schweine, im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück Ende Juni mehr als 2000 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen.

Während die Firmenleitung die niedrigen Temperaturen und den Heimaturlaub der vorrangig bulgarischen und rumänischen Gastarbeiter für die hohen Ausbruchszahlen verantwortlich machte, halten Experten die Familienbesuche der Arbeitnehmer als Hauptursache der hohen Anzahl an Ansteckungen für eher unwahrscheinlich. In der Kritik stehen nun vor allem die schlechten Arbeitsbedingungen, mit denen besonders die ausländischen Werkvertragsarbeiter zu kämpfen haben.

Lange Arbeitszeiten, keine Pausen und unzählige Überstunden bei schlechter Bezahlung stellen enorme Belastungsfaktoren für die Gesundheit der Arbeitnehmer dar. Hinzu kommt, dass die gerade in der gegenwärtigen Lage so wichtigen Hygienestandards bei Akkordarbeit auf engstem Raum nicht eingehalten werden können. Wenn viele Personen sich für lange Zeit in ein und demselben geschlossenen Raum aufhalten, begünstigt das die Ausbreitung sogenannter „Superspreading Events“, bei denen einzelne oder wenige Infizierte eine Vielzahl weiterer Menschen anstecken.

Dass die erforderliche Schutzausrüstung in Form von Kälteschutzkleidung, Schnittschutz, Schutzbrillen, Handschuhen und Gehörschutz in Schlachthöfen vielerorts nicht in ausreichender Zahl vorhanden ist, begünstigt diesen Umstand noch. Scharf kritisiert wurden nicht zuletzt die oft schmutzigen und überfüllten Sammelunterkünfte der Leiharbeiter, die viel zu teuer vermietet werden.

Schlechte Arbeitsbedingungen Arbeitssicherheit Schlachthof

Sprunghafte Anstiege der Corona-Infektionszahlen in mehreren Schlachtbetrieben in Deutschland zeigen, welch fatale Konsequenzen schlechte Arbeitsbedingungen für die Arbeitssicherheit haben können.

Auch für Leiharbeiter gelten Arbeitsschutzstandards

Die prekären Zustände in der Fleischindustrie sind seit Jahren bekannt. Geändert hat sich seitdem aber trotz verschiedener Gesetzesänderungen wie dem 2017 beschlossenen „Gesetz zur Sicherung der Arbeitnehmerrechte in der Fleischwirtschaft“ (GSA Fleisch) nur wenig.

Experten sehen eines der Hauptprobleme dafür in den Arbeitsstrukturen. Die Arbeitskräfte stammen häufig aus Osteuropa und sind nicht im Schlachtbetrieb selbst angestellt, sondern bei einem Personaldienstleister und Subunternehmen. Häufig ist das Anstellungsverhältnis so verkettet, dass letztlich niemand mehr weiß, wer für die Einhaltung der Arbeitssicherheit verantwortlich ist. Dass die Schlachtbetriebe sich einfach ihrer Arbeitsschutzverantwortung zu entziehen versuchen, ist allerdings auch nicht rechtens. Schließlich hat der entleihende Betrieb das Weisungsrecht für Leiharbeiter inne und muss folglich auch bei diesen für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sorgen. Wie viele Werkvertragnehmer in der Fleischindustrie tatsächlich beschäftigt sind, weiß jedoch niemand so genau.

Mehr Kontrollen zur Überwachung der Arbeitssicherheit

Ob die Vorgaben zur Arbeitssicherheit auch wirklich eingehalten werden, unterliegt der Kontrolle durch das Gewerbeaufsichtsamt bzw. das Amt für Arbeitsschutz. Obwohl die Schlachtbranche seit Jahren immer wieder mit teils miserablen Arbeitsbedingungen auffällt, haben sich die Kontrollen nicht verschärft, sondern sogar noch halbiert. Während im Jahr 2015 noch 445 Kontrollen auf deutschen Schlachthöfen stattfanden, waren es 2017 nur 233 Kontrollen. Das liege zum Teil daran, dass die für die Kontrolle der Schwarzarbeit zuständigen Zollbehörden personell unterbesetzt seien. Nicht ohne Grund werden vor dem Hintergrund des Tönnies-Skandals die Forderungen nach einer besseren staatlichen Kontrolle immer lauter. Auch verdachtsunabhängig solle es künftig mehr Stichproben geben.

Gewissenhafte Arbeitsschutzorganisation auch für Unternehmer profitabel

Viele Betriebe haben leider noch immer nicht erkannt, dass die Unternehmer selbst von durchdachter Arbeitsschutzorganisation profitieren können. Gesunde und zufriedene Mitarbeiter sind wichtig für ein Unternehmen, denn sie sind nachweislich motivierter, produktiver und leistungsfähiger. Außerdem sind sie seltener krank und haben deutlich weniger Ausfallzeiten. Damit stellt sich die Investition in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz als ausgesprochen wirtschaftlich für das Unternehmen selbst heraus. Nur wer seine Arbeitsschutzpflichten ernst nimmt und sich für Gesundheit und Zufriedenheit seiner Mitarbeiter einsetzt, wird langfristig unternehmerischen Erfolg haben.

Schlechte Arbeitsbedingungen Arbeitssicherheit 4

Im Umgang mit Gefahrstoffen ist besondere Vorsicht geboten. Wenn sich hier ein Arbeitsunfall ereignet, sind die Folgen für Mensch und Umwelt schnell verheerend.

Missstände auch in anderen Unternehmen präsent

Dass schlechte Arbeitsbedingungen und mangelnde Arbeitsschutzorganisation negative Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit haben können, zeigt nicht zuletzt der Fall der Gießerei in Lüdinghausen. Hier ereignete sich Anfang Juli ein Unfall, bei dem eine giftige Flüssigkeit aus einem 300 l fassenden Gefahrgut-Kanister auslaufen konnte, nachdem dieser von einem Gabelstapler gefallen und gebrochen war.

Gerade im Umgang mit Gefahrstoffen muss der Arbeitssicherheit zentrale Bedeutung beigemessen werden. Gefahrstoffe sind Stoffe bzw. Stoffgemische, die eine schädigende Wirkung für Mensch und Umwelt darstellen können. Um diese arbeitsbedingten Gefährdungen möglichst gering zu halten, sind diverse Arbeitsschutzmaßnahmen zu definieren und umzusetzen. Ggf. müssen diese zu einem späteren Zeitpunkt angepasst werden, wenn sie sich als unzureichend erweisen sollten. Die Grundlage dafür stellt die Gefährdungsbeurteilung dar.

Das Erstellen einer Gefährdungsbeurteilung ist gemäß §5 ArbSchG in allen Betrieben mit mindestens einem Mitarbeiter Pflicht. Zudem müssen die Beschäftigten zum sicheren Umgang mit Gefahrstoffen unterwiesen werden. Auch die Sicherheitsunterweisungen sind in allen Betrieben, die Mitarbeiter beschäftigen, obligatorisch.

Risikofaktor psychische Belastungen

Arbeitnehmer in Schlachthöfen und Betrieben, in denen mit Gefahrstoffen gearbeitet wird, sind einer Vielzahl unterschiedlicher Gefährdungen konfrontiert. Aber auch in weniger gefährlichen Branchen sollte die Arbeitssicherheit unbedingt genügend Beachtung finden. Neben körperlichen Belastungen können nämlich auch psychische Belastungen eine ernstzunehmende Gesundheitsschädigung hervorrufen. Nicht umsonst sind Arbeitgeber seit Ende 2013 dazu verpflichtet, psychische Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung einzubeziehen. Hohe Arbeitsintensität, geringe Handlungsspielräume und Arbeitsplatzunsicherheit sind Faktoren, die die Entstehung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz begünstigen können.

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Die Gesundheitsgefahren, die von psychischen Belastungen ausgehen, sind nicht zu unterschätzen.

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